Natalie Lumm zeigte ein Klasse Spiel und erzielte 6 Treffer!

wC1 (LL): SG Weinstadt – SV Kornwestheim 14:15 (4:8)

Wenn die Gästetrainerin nach dem Spiel mit den Worten „Ein Unentschieden wäre auch verdient gewesen“ abklatscht kann man sich als unterlegenes Team davon zwar nichts kaufen, es zeigt aber dennoch, dass die Landesligapartie Vierter gegen Zweiter durchaus eine Begegnung auf Augenhöhe war und nicht unbedingt einen Sieger verdient gehabt hätte. Dass die Gäste aus Kornwestheim aber dennoch beide Punkte aus der Beutelsbacher Halle mitnahmen lag einmal mehr an der miserablen Chancenverwertung, die sich leider nun schon fast die ganze Saison durch’s SG-Angriffsspiel zieht. Neben fünf Siebenmetern fanden auch 12 freie Torgelegenheiten nicht den Weg ins gegnerische Gehäuse.

Nach dem Fehlwurffestival aus der Vorwoche gegen Geislingen wollten die SG-Mädels gegen den Tabellenzweiten aus Kornwestheim unbedingt die Scharte aus dem Hinspiel auswetzen, in dem es eine 23:32-Schlappe gab. Auch ohne Anna Vogl (Schüleraustausch) und Lea Gabler (krank) gingen die Weinstädterinnen hochmotiviert in die Partie. Obwohl inzwischen eine Woche vergangen war, knüpften die SG-Mädels im Angriff nahtlos an das letzte Spiel an: Vier wunderschön herausgespielte hundertprozentige Chancen wurden in den ersten Minuten leichtfertig liegen gelassen bevor Natalie Lumm nach 6 Minuten das erste Mal für ihre Farben einnetzte. Die SG-Defensive war glücklicherweise sehr gut auf den Gegner eingestellt und ließ seinerseits hinten wenig zu. Daher hatte auch Kornwestheim nach 10 Minuten erst drei Treffer erzielt, erneut Natalie Lumm mit einem Doppelpack besorgte den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 3:3 (11. Min.). Der Rest von Durchgang eins ist schnell erzählt: Lediglich einen Treffer konnte Weinstadt in ganzen 14 Minuten noch erzielen, da aber das SG-Bollwerk hinten weiter unermüdlich ackerte konnte auch der gefürchtete Gästeangriff sich nicht entfalten. Mit einem ungewöhnlichen Halbzeitzwischenstand von 4:8 aus Weinstädter Sicht ging es zum Pausentee.

Die Ausrichtung für Durchgang zwei wurde in der Kabinenansprache deutlich gemacht: Die Wahnsinnsabwehr weiter auf diesem Niveau spielen (was angesichts der zwischenzeitlichen Verletzungen von Alina Jöckel und Lena Proft fast schon aussichtslos schien), vorne mehr Bewegung ohne Ball und schließlich
„einfach nur die klaren Dinger versenken“. An diesem Sonntag Nachmittag sollte es aber wohl nicht sein: Drei Angriffe wurden mit technischen Fehlern vorzeitig beendet, Kornwestheim erhöhte auf 10:4 (30.Min.). Dass Aufgeben für diese Weinstädter Mannschaft nie eine Option ist, hat sie in dieser Saison schon mehrfach eindrucksvoll gezeigt. Trotz des enormen Kräfteverschleißes in der Abwehr stemmten sich die SG-Mädels weiter gegen die drohende Niederlage. Obwohl der 6-Tore-Rückstand auch in Minute 38 beim 8:14 noch Bestand hatte wurde weiter aufopferungsvoll gekämpft. Die SG-Defensive ließ nun fast gar nichts mehr zu, zudem hielt Lavinia Weißer im SG-Tor nun mit einigen Paraden ihr Team im Spiel. Nach vier Treffern in Folge schien nach 46 Spielminuten beim 12:14 tatsächlich ein Punktgewinn wieder möglich. Kornwestheim gelang nun zwar nach zehn torlosen Minuten wieder ein Treffer, die treffsichere Natalie Lumm mit ihrem 6. Tor und Franka Schott schafften tatsächlich den 14:15-Anschluss 50 Sekunden vor Schluss. Die Gäste vergaben in Überzahl von Linksaußen die Chance zur Vorentscheidung – Lavinia Weißer parierte den Wurf mit vollem Einsatz und ihrem Gesicht. Weinstadt hatte noch eine halbe Minute Zeit, den Punkt zu retten. An diesem Tag sollte es dann einfach nicht sein, auch die letzte Chance, der direkte Freiwurf, fand nur den Weg an die Latte.

Natürlich überwog der Frust über die knappe und ganz bittere Niederlage. Angesichts des dezimierten Kaders war dies allerdings eine mehr als respektable Leistung. Auf die Tatsache, gegen die Torfabrik (im Schnitt knapp 30 Tore) aus Kornwestheim lediglich 15 Gegentreffer in 50 Minuten kassiert zu haben, kann die Truppe mehr als stolz sein. Zeit, die Wunden zu lecken bleibt kaum. Am kommenden Sonntag geht es direkt weiter, es steht das Rückspiel gegen unsere Freunde aus Schozach/Bottwartal an. Dann heisst es Vierter gegen Fünfter und alle Zuschauer dürften sich auf einen heißen Tanz für beide Teams freuen. Möge der Bessere gewinnen ;-)!

SG Weinstadt: Lavinia Weißer (Tor); Larissa Wernert, Melina Oesterle, Lea Johansen (4/1), Natalie Lumm (6), Alina Jöckel, Lena Proft (2), Julie Gräter, Franka Schott (1),Greta Fündling (1)

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