Julian Maier und sein Team wollen im Bottwartal für eine Überraschung sorgen.

Männer Württemberga-Liga: SG Schozach-Bottwartal – SG Weinstadt Handball (Samstag 16. November 20 Uhr) – Drei Wochen Zeit hatten die Weinstädter Württembergliga-Handballer zuletzt, um ihre Wunden zu lecken, etwas durchzuatmen und sich intensiv mit dem kommenden Gegner zu befassen. Die Waschbären stehen aktuell auf dem achten Tabellenplatz, der Gegner indes zieht zusammen mit dem TSV Alfdorf/Lorch an der Tabellenspitze seine Kreise. Die SG Schozach-Bottwartal rangiert derzeit auf dem zweiten Tabellenplatz. Sie hat zwei Spiele weniger als Tabellenführer TSV Alfdorf/Lorch bestritten und dabei eine beeindruckende Serie hingelegt.

Die SG Schozach-Bottwartal ist derzeit – trotz der ersten Niederlage der Saison beim TSV Alfdorf/Lorch – das Maß der Dinge in der Württemberg-Liga Nord. Lediglich drei Punkte mussten die Rothemden bisher abgeben. Dies geschah zum einen Mitte September, als man sich am zweiten Spieltag auswärts bei der HSG Schönbuch 25:25 trennte, als auch vergangene Woche beim Gipfeltreffen in Lorch, als sich die Mannschaft von Trainer Tobias Klisch knapp geschlagen geben musste. Davor hat die Spielgemeinschaft eine beeindruckende Serie von sechs Siegen in Folge hingelegt.

Erfahrung aus der 3. Liga

Seit Jahren gilt die SG Schozach-Bottwartal als heißer Kandidat auf die Meisterschaft. In den vergangenen Spielzeiten konnten die Rotweißen aber zu selten über die ganze Saison hinweg überzeugen, um den Aufstieg zu schaffen. Der bereits breite und gute Kader der SG wurde für diese Saison nochmals verstärkt. Zwei Spieler mit Erfahrung aus der 3. Liga konnten vom HC Oppenweiler/Backnang ins Bottwartal gelockt werden. Mit Thomas Fink im Tor hat die SG einen sicheren Rückhalt verpflichtet. Rückraumspieler Tobias Hold hat sich früh in der Vorbereitung erneut das Kreuzband gerissen und wird der Spielgemeinschaft die komplette Runde fehlen. Von der SG H2Ku Herrenberg konnte Klisch auch seinen alten Weggefährten Patrick Sattler loseisen. Der 30-Jährige, der zugleich als Co-Trainer fungiert, weist auch Erfahrung aus der 3. Liga auf und gilt als sehr wurfgewaltig. Die SG Schozach-Bottwartal untermalt mit diesen Verstärkungen einmal mehr ihre Ambitionen aufzusteigen. Aus der Mannschaft stechen in der bisherigen Saison vor allem Linksaußen Christian Zluhan mit 54 Toren, Rückraumrechts Valentin Weckerle mit 36 Toren und Spielmacher Felipe Sonteras Merz mit 30 Toren heraus. Hinter Sonteras Merz steht allerdings seit seiner Verletzung gegen Neuhausen ein Fragezeichen. Am vergangenen Wochenende konnte er nicht mitwirken.

Weinstädter Waschbären ohne Druck

Die Jungs der SG Weinstadt können unter dem Langhans komplett befreit aufspielen. In der Favoritenrolle steckt der Tabellenzweite. Die Schwarzgelben fahren allerdings nicht nach Beilstein, um Punkte zu verschenken. Zu wichtig ist jeder einzelne, um die Chance auf den Ligaverbleib zu wahren. Mit sechs Spielen in Folge ohne Niederlage fahren die Waschbären mit einer gesunden Portion Selbstvertrauen ins Bottwartal. Wer weiß was am Ende mit der Unterstützung der fantastischen Weinstädter Fans möglich ist..?

In dieser Woche haben wir mit unserem Trainergespann Mühlpointner/Zimmermann gesprochen. Im Doppel-Interview ziehen die beiden ein erstes Zwischenfazit der noch jungen Saison.

Voll dabei: Das Trainerduo Manuel Mühlpointner und Michael Zimmermann.

Manuel, die ersten acht Partien sind nun gespielt worden. Ihr steht mit eurer Mannschaft aktuell auf dem achten Tabellenrang bei einem Spiel weniger als die Konkurrenz. Wie zufrieden bist du damit?
Generell schaue ich aus mehreren Gründen zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht so sehr auf die Tabelle. Wichtiger ist mir die Erkenntnis, dass wir in der Liga mithalten können, wenn wir in der Lage sind unsere eigene Leistung abzurufen. Ich hoffe, dass wir nun auch mit einer gesunden Portion Selbstbewusstsein in die nächsten schwierigen Spiele gehen können.

Michael, hättest du im Vorfeld der Saison unterschrieben bereits nach acht Spieltagen neun Punkte auf der Habenseite verbucht zu haben?
Wir mussten uns als Aufsteiger erst in dieser extrem starken Liga zurechtfinden. Bei drei Heimspielen und fünf Auswärtsspielen fällt die Zwischenbilanz positiv aus. Viel wichtiger ist aber die Entwicklung der Mannschaft. Die Neuzugänge sind voll integriert. Der Teamspirit ist überragend.
Die Punkte haben wir uns hart erspielt und verdientermaßen erkämpft.

Manuel, in welchen Bereichen hat sich die Mannschaft bereits verbessert und wo siehst du noch Entwicklungspotenzial?
Unsere Mannschaft hat sich aus meiner Sicht in einigen Bereichen positiv entwickelt. Einer der zentralen Bereiche ist die Abstimmung zwischen den Spielern speziell im Rückraum. Diese Abstimmung ist ein langwieriger Prozess, aber genau diese scheinbaren Kleinigkeiten bezüglich der Absprache in der Kleingruppe machen oft den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage. Ich sehe in diesem Bereich aber auch noch viele Entwicklungspotentiale, dies braucht allerdings Zeit. Was unsere Mannschaft insgesamt ausmacht, ist die positive, handballverrückte Einstellung zum Sport. Die Mannschaft ist unheimlich ehrgeizig und erfolgshungrig. Unsere Zuschauer honorieren das auch, von daher hoffe ich, dass wir bei unseren insgesamt acht Heimspielen in der Rückrunde unseren Zuschauern zeigen können, dass Handball in Weinstadt ein besonderes Erlebnis ist.

Michael, man hat gesehen dass die Jungs in dieser Liga mithalten können. Dennoch ist die Liga extrem umkämpft und sehr eng beieinander. Auf eure Jungs kommt am Wochenende ein echtes Kaliber zu. Wie siehst du die Chancen für etwas zählbares beim Aufstiegsmitfavoriten?
Wir fühlen uns in der Aussenseiterrolle ganz wohl. Auf den aktuellen Tabellenführer bereiten wir uns gewissenhaft vor. Gegen solche Kaliber zu spielen, da muss das Handballerherz doch höher schlagen. Wichtig ist, dass unsere Leistung stimmt und wir an die guten Auftritte in Schmiden und Neuhausen anknüpfen können. Mentale Frische und Selbstvertrauen haben wir.

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