wC1 (WOL): SG Weinstadt – SV Salamander Kornwestheim 35:28 (18:11)

Bestens erholt von der Vorwochen-Pleite gegen die Stuttgarter Kickers zeigten sich die C1-Mädels am Sonntag Mittag in der gut besuchten Beutelsbacher Halle gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer aus Kornwestheim. 40 Minuten zeigte das Team um das Trainergespann Schott/Hauser/Johansen seine beste Saisonleistung und führte zu diesem Zeitpunkt bereits uneinholbar mit 30:17. Das ganz klare Endresultat schenkten die jungen Weinstädterinnen dann leider her – 15 Fehlwürfe und technische Fehler binnen neun Minuten und das Einstellen der zuvor bärenstarken Abwehrarbeit machten das 28:35-Ergebnis aus Gästesicht dann sogar noch einigermaßen erträglich.

Die 1:0-Führung des Tabellenführers sollte die einzige des gesamten Spiels bleiben, fortan zeigte sich die SG-Defensive mit der gut aufgelegten Vini Weißer im Tor bestens gerüstet und hellwach gegen den flinken und schlagkräftigen Angriff des SVK. Im Angriff wurde die Vorgabe, die Außenpositionen freizuspielen, konsequent umgesetzt, Natalie Lumm und Annika Walz zeigten ihre Treffersicherheit, so dass nach knapp 13 Minuten beim 8:4 die Gästetrainer das erste mal zur grünen Karte greifen mussten. Bis zum 12:9 (20. Min) blieben die Gäste, vor allem durch die immer brandgefährliche Jade Oral, auf Tuchfühlung, die letzten Minuten gehörten dann allerdings wieder den Gelbschwarzen: Die Abwehr ließ kaum noch etwas zu, vorne nutzte Lea Johansen jede noch so kleine Lücke zum Durchbruch und Franka Schott verwandelte die fälligen Strafwürfe (5 von 5) allesamt sicher sodass mit einem komfortablen 18:11 die Seiten gewechselt wurden.

Die Halbzeitansprache war kurz aber klar: Den Schwung mitnehmen und möglicht schnell für noch klarere Verhältnisse sorgen hieß die Vorgabe an die Mannschaft. Trotz einiger Umstellungen knüpfte das Team direkt an die starke erste Halbzeit an. Nach gerade mal drei Minuten leuchtete die erste 10-Tore-Führung beim 21:11 auf der Anzeigetafel. Die Weinstädterinnen waren vorne immer den berühmten Schritt schneller und oft nur durch Fouls zu stoppen, die vom gut leitenden Schiedsrichter Bayer der HBi Weilimdorf/Feuerbach konsequent mit Zeitstrafen geahndet wurden. Spätestens als Cora Proft, nach ihrer langen Verletzung das erste Mal wieder auf dem Feld, mit ihrem zweiten Treffer nach 32 Minuten auf 25:13 erhöhte schien sich ein Debakel für den Tabellenführer anzubahnen. Die SG-Mädels, allen voran Natalie Lumm mit insgesamt 10 Treffern, sprühten weiter vor Spielfreude und erzielten von sämtlichen Positionen blitzsauber herausgespielte Treffer. Beim 30:17 (41. Min) wurden die SG-Mädels per Auszeit vom Trainerteam aufgefordert, auch in den letzten zehn Minuten die Konzentration hochzuhalten und die Gäste weiter auf Distanz zu halten. Leider war fortan genau das Gegenteil der Fall: Im Angriff wurden Großchancen leichtfertig liegen gelassen und technische Fehler am laufenden Band produziert. Die Abwehr hatte den Namen nicht mehr verdient und die Gäste aus nächster Tordistanz zum munteren Scheibenschießen eingeladen. So gelang dem Tabellenführer noch eine deutliche und vollkommen unnötige Ergebniskorrektur, die zumindest kurzzeitig die Freude über den Sieg etwas überstrahlte. Insgesamt bleibt aber festzuhalten, dass das Team eindrucksvoll gezeigt hat, dass es sich auch von (noch so hohen) Niederlagen schnell wieder erholen kann und vor allem in der Lage ist, mit einer hochkonzentrierten Leistung einer Top-Mannschaft der Liga die Grenzen aufzuzeigen.

Nun stehen die ersten spielfreien Wochenenden der Saison an, weiter geht es erst wieder nach den Herbstferien zum Auswärtsspiel am 10. November beim Bundesliganachwuchs der SG H2Ku Herrenberg. Auch dort haben die Weinstädterinnen noch eine Rechnung zu begleichen: Im letzten Saisonspiel der vergangenen Saison setzte es eine vollkommen unnötige 22:23-Niederlage.

SG Weinstadt: Lavinia Weißer, Sophia Bauer (Tor); Annika Walz (3), Melina Oesterle, Lea Johansen (5), Natalie Lumm (10), Alina Jöckel (1), Lena Proft (4), Julie Gräter, Franka Schott (7/5), Cora Proft (3/1), Greta Fündling (2)