Weinstadt schlägt Waiblingen

M1 Verbandspokal: SG Weinstadt – VfL Waiblingen 29:28 (15:12)
Die SG Weinstadt hat in der zweiten Runde des Verbandspokals für die nächste Überraschung gesorgt: In der Endersbacher Halle besiegte das Team von Trainer Olaf Steinke die klassenhöheren „Waiblingen Tigers“. Schon in der ersten Runde hatte Weinstadt mit dem SKV Oberstenfeld einen Württemberglisten aus dem Wettbewerb geworfen.
Die SG drückte am Dienstagabend von Anfang an aufs Gas und egalisierte die ersten Führungstreffer der Gäste postwendend über schnelle Gegenstöße und die zweite Welle. Mit konzentrierter Abwehrarbeit und geduldigem Angriffsspiel übernahmen die Gastgeber das Kommando auf dem Platz. Klug bediente der Weinstädter Rückraum Kreis- und Außenspieler und setzte sich Tor um Tor ab. Waiblingen fand nur selten eine Lücke in der kompakten Weinstädter Abwehr, auch der Einsatz eines siebten Feldspielers zündete nicht – dafür erzielte SG-Keeper Lukas Zerweck seinen ersten Saisontreffer mit einem Wurf über das gesamte Feld. Beim verdienten Drei-Tore-Vorsprung für Weinstadt wurden die Seiten gewechselt.

Die SG behält die Nerven

Im zweiten Durchgang kam Waiblingen zunächst besser ins Spiel. Technische Fehler und überhastete Aktionen häuften sich im SG-Angriff, beim 18:18 wenige Minuten nach Wiederanpfiff drohte das Spiel zu kippen. Doch die SG behielt die Nerven: Spielmacher Marc Rühle führte klug Regie, Neuzugang Kai Reber machte ein klasse Spiel, Linksaußen Manuel Heueck netzte auch aus ganz spitzem Winkel ein. Einige sehenswerte SG-Treffer und gescheiterte VfL-Angriffe später war Weinstadt wieder auf Kurs. Fünf Minuten vor Schluss führten die Hausherren mit 27:23. Nun machte sich allerdings Nervosität im Weinstädter Spiel breit. Die „Tigers“ stellten auf eine zweifache Manndeckung um, eroberten sich Ball um Ball und kamen der SG kurz vor Schluss gefährlich nahe. Heuecks wichtigster Treffer eineinhalb Minuten vor Schluss brachte die SG mit zwei Toren in Führung. Waiblingen schaffte den Anschluss zum 28:29. Weinstadt scheiterte wenige Sekunden vor dem Abpfiff am VfL-Schlussmann, wurde aber von der Schlusssirene gerettet, die Sekundenbruchteile vor dem Ausgleichstreffer durch VfL-Kreisläufer Lukas Baumgarten ertönte.
So erspielten sich die Weinstädter einen unterm Strich sicherlich verdienten Sieg in diesem Derby mit Seltenheitswert – und entwickeln sich im Verbandspokal mehr und mehr zum Favoritenschreck.